| Mehr als 40 Jahre umweltfreundliche Energie aus Abfällen |
Das abfallgefeuerte Kraftwerk in Mannheim wurde bereits 1965 in Betrieb genommen. Nach mehrmaligem
Ausbau verwertet es heute den Abfall von über einer Million Einwohnern im Rhein-Neckar-Raum. Allein durch die Inbetriebnahme des neuen Kessels 6 im Jahr 2009 stieg die Kapazität um 10 Prozent. Die eingesetzten Hausabfälle und Stoffe von Gewerbe- und Industriekunden werden gemäß Kreislaufwirtschafts-/Abfallgesetz thermisch verwertet und zur Energieerzeugung genutzt.
Sichere Verbrennung bei bis zu 1.300 °C
Die thermische Abfallverwertung mittels Rostfeuerung stellt in Mannheim seit Langem ihre außerordentliche Leistungsfähigkeit unter Beweis: hohe Verfügbarkeit unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben.
Nach der stichprobenartigen Prüfung werden die Abfälle im Abfallbunker durchmischt, um einen einheitlichen Heizwert zu gewährleisten. Anschließend erfolgt die Beschickung der Kessel über den Kran. Unter Zuführung von Luft verbrennt der Abfall dann selbständig auf dem Verbrennungsrost bei bis zu 1.300 °C. Furane, Dioxine und chlorierte Kohlenwasserstoffe werden durch die hohen Temperaturen sicher zerstört. Alle nicht brennbaren Anteile fallen als Schlacke aus und werden nach kurzer Zwischenlagerung aufbereitet.
Höchstleistungen für Stromversorger und Industrie
Durch die freigesetzte Abfallenergie wird Dampf erzeugt. Über Kraft-Wärme-Kopplung kann dieser effizient und umweltschonend zur Stromerzeugung genutzt werden. Parallel erfolgt die Versorgung von rund 15 Industriekunden im Mannheimer Norden mit durchschnittlich 65 Tonnen Prozessdampf pro Stunde. Zur Absicherung der Dampfleistung stehen zudem erdgasgefeuerte Kessel bereit.
Die bei der Verbrennung entstehenden Reststoffe werden stofflich verwertet. Schlacke dient als Baumaterial im Straßen- und Landschaftsbau. Eisenmetalle werden in der Eisen- und Stahlindustrie eingesetzt. Filterstäube können im Bergbau als Versatzmaterial eingesetzt werden, den ausgeschleusten Gips nutzt die Bauindustrie.
Daten und Fakten
| Genehmigung | Nach der 17. Bundes-Immissionsschutzverordnung |
| Inbetriebnahme | 1965 / 1997 / 2003 / 2009 |
| Abfallarten | Gemischte Siedlungsabfälle und Abfälle aus Industrie und Gewerbe |
| Anzahl der Kessel | 3 |
| Feuerung | Vorschubrost |
| Abfallbunker | 34.000 m³ Fassungsvolumen |
| Jahresdurchsatz | 625.000 Mg/a |
| Auslegungsheizwert | Kessel 4 + 5 – 9.600 kJ/kg Kessel 6 – 12.500 kJ/kg |
| Frischdampfproduktion | Bis 2,2 Mio. Mg/a zwischen 25 und 80 bar, 265–500 °C |
| Stromproduktion | 205.000 MWh/a |
| Dampf | 65 Mg/h Dampfabgabe im Normallastfall |
| Reststoffe | 156.000 Mg/a Rostschlacke 26.700 Mg/a Filterstaub |
Abfallarten
- Nicht gefährliche Abfälle aus Landwirtschaft, PP Forschung, Industrie und Gewerbe
- Gemischte Siedlungsabfälle und Sperrmüll
- Abfälle aus thermischen Prozessen
- Nicht anderweitig verwertbare Verpackungs- und Kunststoffabfälle
- Bau- und Abbruchabfälle
- Abfälle aus Abfall- und Abwasserbehandlungsanlagen
